Zur Geschichte des Vereins

Zur Geschichte des Vereins

Konzept der Arbeit

Ausgangspunkt der Arbeit des Vereins waren zwei Studien der Fachhochschule Hildesheim / Holzminden. Die eine: „Jugend im Stadtteil“, erstellt von einer Arbeitsgruppe des Fachbereichs Sozialpädagogik, und die andere über ein: „Stadtteilbezogenes Praxisprojekt“, veröffentlicht vom Fachbereich der Polizei.

Beide Studien kommen zu dem Schluss, dass sich im Ortsteil Ochtersum ein Handlungsbedarf ergibt, der Präventionsarbeit mit Jugendlichen aufgrund bedenklicher Entwicklung in den Bereichen Gewalt, Alkohol, BTM und Wandschmiererein ergibt. Vor der Gefahr des Versäumens wird in beiden Studien eindringlich gewarnt. Sie beschreiben den Mangel an Angeboten für Jugendliche dieses Alters und betonen gleichzeitig, dass die Vereine, Kirchen und Organisationen ihre Möglichkeiten ausgeschöpft haben und über keine weiteren Ressourcen für die offene Jugendarbeit verfügen.

In dieser gesellschaftlichen Mangelsituation und sozialpädagogischen Notlage möchte der Verein einen kleinen Beitrag leisten, um die Gefahr des Versäumens zu verringern.

§ 1 Name, Zweck, Sitz

Der Verein hat den Zweck, die Jugendarbeit und die Jugendsozialarbeit im Rahmen der Jugendhilfe (vgl. §§ 11, 13 SGB VIII) im Hildesheimer Ortsteil Ochtersum zu unterstützen, zu fördern und zu begleiten.

Der Jugendförderverein in den letzten Jahren..

Erste Überlegungen zur Schaffung eines Jugendtreffs im Stadtteil

Jugendliche als Bedrohung der öffentlichen Ordnung? Immer wieder fühlen sich Anwohner von Jugendlichen in der Öffentlichkeit gestört. Die Diskussion zur Notwendigkeit pädagogischer Betreuung vor Ort beginnt.

Beginn der mobilen Jugendarbeit im Doppeldeckerbus

Weil Jugendliche sich an unterschiedlichen Plätzen im Ort aufhalten und geeignete Räumlichkeiten fehlen, beginnt die mobile Jugendarbeit im Doppeldeckerbus auf dem Gelände der Renataschule. Zunächst wird dies als Zwischenlösung angesehen.

Fortsetzung der Arbeit mit einem neuen Doppeldeckerbus

Noch immer keine geeigneten Räumlichkeiten im Stadtteil, obwohl die Ochtersumer Bevölkerung durch Neubaugebiete stetig wächst. Nach jahrelanger intensiver Nutzung ist der alte Bus verbraucht. Ein neuer kann durch Spenden angeschafft und umgebaut werden.

Der Doppeldeckerbus mit stetig wachsender Nachfrage

Neben den Stammgästen besuchen immer mehr Aussiedlerjugendliche den Doppeldeckerbus. Bereits seit 1996 sind deutliche Verdrängungskämpfe erkennbar. Der Bus ist zu klein, um dem Ansturm der Jugendlichen gerecht zu werden.

Der „Jugendförderverein Ochtersum e.V.“ gründet sich, um für den massenhaften Ansturm der Jugendlichen eine Lösung zu finden.

Wegen Überfüllung geschlossen

Im Sommersemester starten die Fachhochschulen mit den Projekten „Jugend im Stadtteil“ und „Prävention von Jugendgewalt“.  Mittlerweile leben in Ochtersum mehr als 8000 Menschen. Erstmals wird das Ortsgemeinschaftshaus auch für Jugendliche geöffnet.

Dennoch versammeln sich regelmäßig über 100 Jugendliche am Bus, mehr als 60 halten sich im Fahrzeug auf. Auseinandersetzungen zwischen türkischen und Aussiedlerjugendlichen sorgen zusätzlich für Schlagzeilen in der Presse. Die Jugendarbeit am Bus ist nicht mehr kontrollierbar. Am 22. Dezember 1998 fährt der Doppeldeckerbus ein letztes Mal nach Ochtersum.

2000 Jugendhilfeausschuss erkennt Bedarf an Jugendräumen

Im März findet erstmals eine Jugendhilfeausschuss-Sitzung im Ortsgemein-schaftshaus statt. Vor Ort lassen sich Politiker von der Notwendigkeit überzeugen, dass in Ochtersum geeignete Räumlichkeiten für Offene Jugendarbeit auf Dauer geschaffen werden müssen.

Stadtrat beschließt Errichtung eines Jugendtreffs

Nachdem Jugend-, Finanz-, Schul- und Stadtentwicklungsausschuss von der Notwenigkeit einer abgesicherten Jugendarbeit überzeugt sind, beschließt der Rat der Stadt Hildesheim im Mai den Bau eines eigenständigen Jugendtreffs in Ochtersum.

 Das neue Jugendhaus wird gebaut

Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Obwohl der Bauplan frühzeitig vorgelegt wird, verzögert sich die Baugenehmigung. Am 16. September endlich ist Grundsteinlegung, und schon am 4. Dezember wird Richtfest gefeiert.

Eröffnung des Kinder- und Jugendzentrums

Am 8. April ist der Rohbau fertiggestellt, mit der Innenausstattung kann begonnen werden. Noch vor Beginn der Sommerferien eröffnet das Diakonische Werk Hildesheim – Sarstedt e.V. das neue Kinder- und Jugendzentrum in der Schlesier-straße 11. Erstmals finden in Ochtersum offene Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche unter einem Dach statt. Einen ersten Höhepunkt bilden Kurse und Workshops für Kinder im Rahmen des Sommerferienprogramms.

Start der Kooperation zwischen der Renataschule und des Juze’s

Die nebenliegende Realschule Renataschule und das Kinder-und Jugendzentrum Ochtersum einigten sich auf eine Kooperation bezüglich der Mittagsbetreuung für die Schüler*innen der Realschule. Die Klassen 5-10 haben die Möglichkeit sich in der Pause zwischen der 6. und 7. Stunde im Jugendhaus aufzuhalten, die Spiel-und Freizeitangebote wahrzunehmen.

Hermann Heinze geht in Rente und Anja Sensen übernimmt 

Mit Hermann Heinzes Abgang zur Rente übernimmt Anja Sensen als neue Leiterin das Kinder-und Jugendzentrum Ochtersum. Nach holprigen Anfang durch einen Wasserschaden, bei dem das Grundwasser erneut gestiegen ist, wird das Juze nochmals neu innen neu renoviert und wird zum Frühling wieder für Besucher*innen eröffnet.

Unsere Ziele für die Zukunft

Gewalt und Konflikte zwischen Jugendlichen aus z. T. verschiedenen Ländern sind nur zwei Problembereiche, denen wir begegnen müssen. Die Stadt hat dem Ortsteil geholfen, so gut sie konnte. Angefangen mit dem bunten Jugendbus, der zweimal in der Woche vor der Renataschule den Jugendlichen für ein paar Stunden einen Treffpunkt bot und dazu Angebote machte, die von Sozialpädagogen betreut wurden bis hin zum Dorfgemeinschaftshaus als Ort für die Jugendarbeit dienen sollte. Jedoch reichten beide Formen nicht annähernd aus, um den sehr unterschiedlichen Bedürfnissen der Jugendlichen gerecht zu werden.

1997 wurde der Förderverein gegründet. Sein Anliegen ist es seither, die Jugendarbeit in Ochtersum zu koordinieren, Angebote einzuwerben und anzuregen, Gruppen und Organisationen, die sich mit Jugendarbeit befassen, an einen Tisch zu holen.

Der Verein arbeitet intensiv mit verschiedenen Partnern zusammen, um auf lange Sicht ein tragfähiges Unterstützungsnetz für Jugendliche zu schaffen, die sich von den vorhandenen Angeboten nicht angesprochen fühlen oder nicht daran teilnehmen können, aber dennoch auf Hilfe angewiesen sind. Die Mitglieder des Vereins engagieren sich persönlich durch Rat und Tat und fördern durch eigene finanzielle Mittel die Projekte des Vereins. Sein ursprüngliches Motto: „mindestens für einige Stunden ein Dach über dem Kopf und eine warme Bude mit sinnvollen Angeboten für Jugendliche, die das suchen“, hat sich erheblich erweitert.

Im Juli 2003 ist aus der warmen Bude ein ansehnliches Jugendzentrum geworden. Es steht für Vieles, was sich der Jugendförderverein schon seit langem gewünscht hatte. Ein wettergeschützter Versammlungsort mit Kochgelegenheit und einer jugendgerechten Ausstattung. Damit wird es leichter möglich, die Aufgaben des Vereins, die im §1 der Satzung beschrieben sind, zu erfüllen.